Gegen das Vergessen – Holocaust Gedenktag 2021

Mein Redetext:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger

Wir treffen uns heute nicht wie gewohnt im Saalbau der Waldorfschule um zu erleben, wie Schülerinnen und Schüler die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz und den damit verbundenen Holocaust verarbeiten. In den letzten Jahren haben wir sehr bewegende Veranstaltungen erleben können, die noch lange nachwirkten. Pandemiebedingt haben die Verantwortlichen aus der Politik, dem Rathaus, aus den weiterführenden Schulen und aus der Kultur diese Veranstaltung auf den 8. Mai, den Tag der Befreiung von den Nationalsozialisten verlegen müssen.

Mein Dank geht an den VVN – BdA, an ver.di, an die Linke und an die DKP, die heute zu einer Kundgebung am Alten Markt aufgerufen haben.

Seit 25 Jahren gedenken wir der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar.

Dieser Tag ist als Gedenktag den Opfern des Nationalsozialismus gewidmet.

In Elmshorn trägt der Tag den Zusatz „Gegen das Vergessen“.

Auch ein Vierteljahrhundert nach der Initiative des damaligen Bundespräsidenten, Roman Herzog, müssen wir uns fragen lassen, ob es in den zurückliegenden Jahrzehnten an Aufklärung, Erinnerung und Gedenken gefehlt hat?

An Universitäten, in Schulen, Gedenkstätten, Medien, in kirchlichen, gewerkschaftlichen und politischen Gruppierungen wird kontinuierlich erinnert, aufgeklärt und verarbeitet.

Und ja: wir müssen immer und immer wieder an die Gräueltaten der Nazis, an den Holocaust erinnern.

Zeitzeugen gibt es immer weniger.

Damit die Erinnerung auch in der Zukunft lebendig bleibt, braucht es uns, die nicht nachlassen. Auf tagesschau.de war heute zu lesen:

„Die zweite Generation, die dritte Generation – und nicht nur diejenigen, die von Überlebenden abstammen – jeder hat die Verantwortung, diese Erinnerung zu nutzen, der Geschichte gegenüber verantwortlich zu handeln und für das einzustehen, was richtig ist.“

An dieser Stelle wiederhole ich ein paar Worte, die ich schon einmal während einer Veranstaltung gegen das Vergessen in der Waldorfschule gewählt habe, und die noch genauso aktuell sind wie 2019:

„Heute gedenken wir der Befreiung von Auschwitz vor 76 Jahren. Das tun wir nicht als persönlich Schuldige.

Aber aus der Schuld heraus, die Deutsche in den zwölf Jahren der NS-Diktatur auf sich geladen haben, erwächst uns nachfolgenden Generationen eine besondere Verantwortung. Uns allen.

Nicht weil Geschichte sich wiederholt – das tut sie nie -, sondern weil an Auschwitz einfach gar nichts normal ist.

Geschichte verläuft weder zufällig noch zwangsläufig. Was heute unsere gemeinsame Vergangenheit ist, haben Menschen früher als ihre eigene Gegenwart gestaltet, im Guten wie im Bösen.

Am 30. Januar jährt sich der Tag der Machtergreifung von Adolf Hitler zum 89. Mal.

Binnen kurzem gelang den Nationalsozialisten die Zerstörung der ersten Deutschen Demokratie. Nun konnten sie ihre mörderische Rassenideologie politisch umsetzen – auch in Elmshorn.

Das darf sich niemals wiederholen!

Unsere – die Elmshorner Geschichte – ist unter anderem in den Beiträgen zur Elmshorner Geschichte eindrucksvoll dokumentiert. Der Band – Polizei in Elmshorn – zeugt eindrücklich auch von der Gleichschaltung öffentlicher Ämter, die schließlich auch die Reichspogromnacht ermöglichte.

Aus Elmshorn sind damals nicht nur unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, sondern auch Sozialdemokraten und Kommunisten, Homosexuelle, Sinti und Roma, Jehovas Zeugen und viele weitere Andersdenkende in die Konzentrationslager verschleppt worden.

Eines davon war das KZ Esterwegen, in dem das vielleicht vielen bekannte Lied von den Moorsoldaten entstand.

Elmshorn hat – vielleicht gerade auch wegen der Ereignisse in der NS-Zeit – eine sehr lange Tradition im „Kampf gegen Zwang und Unterdrückung“ und wir sind stolz auf die Integration anders Denkender.

Wir sind stolz darauf, dass hier am 6. Mai 1945 der Nazi-Bürgermeister von einem Bündnis der Antifaschisten unter dem Sozialdemokraten Erich Arp und dem Kommunisten Arthur Geissler eigenständig abgesetzt wurde, bevor die britische Armee in die Stadt einzog.

Dreimal haben wir in einem breiten Bündnis aus der Bevölkerung heraus Neonazis die Stirn geboten. Das war Anfang der 2000er Jahre.“

Ich möchte noch auf ein paar aktuelle Ereignisse eingehen.

Uns muss es darum gehen, den rechten Gruppierungen entschieden entgegenzutreten, mit demokratischen Mitteln.

In Thüringen wurde versucht mit den Stimmen der AfD einen Ministerpräsidenten der FDP einzusetzen.

In Sachsen-Anhalt gelang es mit den Stimmen der AfD die Erhöhung des Rundfunkbeitrages zu kippen.

Beides Ereignisse der letzten Zeit, bei denen die konservativen Kräfte offenbar vergessen haben, dass sie es mit dem Wolf im Schafspelz zu tun haben.

Vergessen dürfen wir auch nicht die Ereignisse in Halle, die rechte Hetze gegen Plakate unseres Weihnachtsmarktes und die damit verbundene Bedrohung unseres Bürgermeisters.

Bei diesen Beispielen will ich es für heute belassen.

Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, eines Tages keinen Grund mehr zu haben auf derartige Ereignisse eingehen zu müssen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, die Erinnerung aber bleibt.

Ausschussitzung öffentlich und sehr interessant

Büchereiverein, Carillon und andere interessante Themen in der Sitzung des Ausschusses für Kultur und Weiterbildung der Stadt Elmshorn am 17. Februar 2020

„Mein Ausschuss“ für Kultur und Weiterbildung darf sich auf zwei interessante Vorträge in der nächsten Ausschusssitzung am 17. Februar 2020 freuen.

Zum einen kommt der Direktor des Büchereivereins Schleswig-Holstein – Oke Simons – in die Stadtbücherei, wo der Ausschuss ab 18 Uhr öffentlich tagen wird. Zum anderen wird Christian Scheinert die aktuelle Entwicklung beim Carillon-Verein vortragen.

Gerade vor dem Hintergrund, dass Elmshorn demnächst eine neue Büchereileitung bekommen wird, dürfte der Beitrag von Oke Simons sehr interessant werden, denn der Büchereiverein hat einige neue Ideen für eine „Bücherei als dritter Ort“ im Gepäck. Ob Elmshorn ein Carillon – das ist quasi ein wie ein Klavier zu spielendes Glockenspiel – bekommt, darüber ist im politischen Raum noch nicht entschieden. Der Ausschuss wird einen Grundsatzbeschluss fassen müssen, bevor der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt in die Umsetzung einsteigen kann. So dürfen wir gespannt sein, was es zum Carillon Neues gibt.

Außerdem wird sich der Ausschuss u.a. mit der Besetzung der Jury für den Kulturpreis beschäftigen, der alle zwei Jahre vergeben wird. Beschlossen wird über die Vergabe der in den städtischen Haushalt eingestellten Kulturfördermittel, und über Benennung von Straßen in den Bebauungsplänen 166 (Kaltenweide / Bokholter Damm) sowie 190 (Plinkstraße / Lerchenstraße). Nachdem der Redaktionsbeirat für die Beiträge zur Elmshorner Geschichte vor einiger Zeit getagt hat, wird es auch um die Herausgabe eines Bandes dieser Reihe für Ende 2020 gehen.

Die Sitzung des Ausschusses in der Stadtbücherei ist öffentlich. Dieses Mal lohnt sich eine Teilnahme als Gast ganz besonders, und während der Fragestunde dürfen sich die Gäste auch aktiv beteiligen.

Laudatio – Anders Petersen zum sechzigsten Geburtstag

v.l.n.r.: Thorsten Mann-Raudies, Anders Petersen

Am 20. Oktober 2019 fand eine Ausstellungseröffnung beim Kunstverein Elmshorn aus Anlass des sechzigsten Geburtstages des Elmshorner Kulturpreisträgers Anders Petersen im Torhaus statt.

Der Ausstellungstitel ist quasi das Lebensmotto des Künstlers: „…das Ferne liegt so nah.“

Hier kann meine Laudatio nachgelesen werden: Laudatio Anders Petersen

Kulturausschuss hat beschlossen

Kurze Info aus dem Ausschuss für Kultur und Weiterbildung am 23. September 2019:

Vor Sitzungsbeginn haben der 1. Stadtrat – Dirk Moritz – und ich den neuen Standort des restaurierten „Wegweiser nach Osten“ sowie die neuen Hinweistafeln zum Wegweiser und zum „Mahnmal des 17. Juni“ an der Schulstraße in Höhe des Probstenfeldes bzw. an der Rathausseite offiziell eingeweiht. Unser Dank gilt der Dittchenbühne für die Restaurierung des Wegweisers, und insbesondere Uwe Köpcke (SPD). Seine Textentwürfe für die Hinweistafeln haben die übrigen Ausschussmitglieder überzeugt. So sind nun sowohl das Mahnmal, als auch der Wegweiser in den richtigen historischen Zusammenhang gestellt.

In der Ausschusssitzung selbst, wurden dann die Weichen für eine Neuauflage von „Kunst im öffentlichen Raum“ gestellt. Auf Antrag der SPD-Fraktion bittet der Ausschuss das Stadtverordnetenkollegium einstimmig darum dem Beschluss zu folgen, ab 2020 bei städtischen Investitionen im Hochbau 0,3% der Bruttobaukosten in einen Projektfonds für Kunst im öffentlichen Raum einzahlen zu lassen. Eine Fachjury unter Beteiligung des BBK (Bund Bildender Künstler) soll über die Vergabe beraten und entscheiden. In der Sitzung wurden die Ausschussmitglieder durch den Vorsitzenden des BBK in Schleswig-Holstein – den Elmshorner Kulturpreisträger Anders Petersen – und durch den Sachverständigen des BBK für Kunst im Öffentlichen Raum – Karl Boyke – beraten.

Außerdem hat der Ausschuss für Kultur und Weiterbildung die Wiederaufnahme des Kinderkulturfestes für das Jahr 2020 beschlossen, das dann alternierend mit der Kulturmesse künftig alle zwei Jahre durchgeführt wird. Darüber hinaus wurde das Preisgeld für den Kulturpreis – auf Antrag der SPD – einstimmig auf 3.500 € (vorher 2.500 €) angehoben.

Mit einem weiteren Beschluss wird das Projekt Kultur Tafel Elmshorn in diesem Jahr mit 2.000 € unterstützt, vom kommenden Jahr an sollen jährlich 1.500 € im städtischen Haushalt dafür angemeldet werden.

Eine Formalie, aber mit großem Wert für die Stadt: Die Ausschussmitglieder haben dem Umzug des Stadtarchivs Elmshorn in die neuen Räumlichkeiten – Marktstraße 16 – einstimmig zugestimmt.

Und schließlich wurden die Weichen für die Haushaltsanmeldungen des Amtes für Kultur und Weiterbildung gestellt. Alle vorgeschlagenen Haushaltsanmeldungen wurden einstimmig dem Hauptausschuss (als Finanzausschuss) zur Übernahme empfohlen. Dazu gehören das Stadtarchiv, die Leitung und Verwaltung des Amtes, das Industriemuseum, die Theaterpflege, die Musikpflege, die Musikschulen, die Volkshochschule, die Stadtbücherei, die Heimat- und sonstige Kulturpflege, die Kriegsgräber und der jüdische Friedhof, und die Öffentlichkeitsarbeit für die Städtepartner- und Patenschaften – letztere im Haupt- und Rechtsamt organisatorisch angesiedelt.

Ich freue mich sehr, dass der Ausschuss für Kultur und Weiterbildung mit diesen Beschlüssen abermals dafür gesorgt hat, dass die Kulturszene in Elmshorn bunt und vielfältig bleibt.

 

 

 

Habemus Kulturtafel!

Grafik: Kulturtafel Elmshorn

Zugegeben: Ich bin ziemlich stolz darauf, dass der Ausschuss für Kultur und Weiterbildung dem Antrag „meiner“ SPD schon im Jahr 2018 gefolgt ist, dass Elmshorn eine Kulturtafel bekommt, oder besser: bekommen hat. Alle Fraktionen haben sich für den Antrag ausgesprochen, und so steht die Kulturtafel auf einer breiten Basis.

Ziel ist, dass ein Theaterbesuch, ein Konzerterlebnis oder die Teilhabe an einer Sportveranstaltung u.v.m.  auch für jene erlebbar wird, die es sich sonst nicht erlauben können – aus den unterschiedlichsten Gründen.

So haben sich die Tafel Elmshorn, das Spendenparlament, das Freiwilligenforum, der Kreiskulturverband, die Lebenshilfe und „engagiert in Elmshorn“ unter Begleitung der Stadtpolitik und der Verwaltung zusammengetan, um die „Elmshorner Kulturtafel“ ins Leben zu rufen.

Ich danke Euch allen herzlich für das Engagement und freue mich sehr darüber, dass es uns gemeinsam gelungen ist, dieses tolle Projekt zu verwirklichen.

Die Akteure werden noch ausführlich für ihr Projekt werben. Darauf dürfen wir gespannt sein.