{"id":522,"date":"2021-01-27T16:00:19","date_gmt":"2021-01-27T16:00:19","guid":{"rendered":"http:\/\/thorsten-mann-raudies.de\/?p=522"},"modified":"2022-11-07T18:13:18","modified_gmt":"2022-11-07T18:13:18","slug":"gegen-das-vergessen-holocaust-gedenktag-2021","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/thorsten-mann-raudies.de\/?p=522","title":{"rendered":"Gegen das Vergessen &#8211; Holocaust Gedenktag 2021"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 525px;\" class=\"wp-video\"><video class=\"wp-video-shortcode\" id=\"video-522-1\" width=\"525\" height=\"295\" preload=\"metadata\" controls=\"controls\"><source type=\"video\/mp4\" src=\"http:\/\/thorsten-mann-raudies.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/20201-01-27_gegegn_das_vergessen_converted_converted.mp4?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/thorsten-mann-raudies.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/20201-01-27_gegegn_das_vergessen_converted_converted.mp4\">http:\/\/thorsten-mann-raudies.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/20201-01-27_gegegn_das_vergessen_converted_converted.mp4<\/a><\/video><\/div>\n<p>Mein Redetext:<\/p>\n<p>Liebe Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrger<\/p>\n<p>Wir treffen uns heute nicht wie gewohnt im Saalbau der Waldorfschule um zu erleben, wie Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz und den damit verbundenen Holocaust verarbeiten. In den letzten Jahren haben wir sehr bewegende Veranstaltungen erleben k\u00f6nnen, die noch lange nachwirkten. Pandemiebedingt haben die Verantwortlichen aus der Politik, dem Rathaus, aus den weiterf\u00fchrenden Schulen und aus der Kultur diese Veranstaltung auf den 8. Mai, den Tag der Befreiung von den Nationalsozialisten verlegen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Mein Dank geht an den VVN \u2013 BdA, an ver.di, an die Linke und an die DKP, die heute zu einer Kundgebung am Alten Markt aufgerufen haben.<\/p>\n<p>Seit 25 Jahren gedenken wir der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar.<\/p>\n<p>Dieser Tag ist als Gedenktag den Opfern des Nationalsozialismus gewidmet.<\/p>\n<p>In Elmshorn tr\u00e4gt der Tag den Zusatz \u201eGegen das Vergessen\u201c.<\/p>\n<p>Auch ein Vierteljahrhundert nach der Initiative des damaligen Bundespr\u00e4sidenten, Roman Herzog, m\u00fcssen wir uns fragen lassen, ob es in den zur\u00fcckliegenden Jahrzehnten an Aufkl\u00e4rung, Erinnerung und Gedenken gefehlt hat?<\/p>\n<p>An Universit\u00e4ten, in Schulen, Gedenkst\u00e4tten, Medien, in kirchlichen, gewerkschaftlichen und politischen Gruppierungen wird kontinuierlich erinnert, aufgekl\u00e4rt und verarbeitet.<\/p>\n<p>Und ja: wir m\u00fcssen immer und immer wieder an die Gr\u00e4ueltaten der Nazis, an den Holocaust erinnern.<\/p>\n<p>Zeitzeugen gibt es immer weniger.<\/p>\n<p>Damit die Erinnerung auch in der Zukunft lebendig bleibt, braucht es uns, die nicht nachlassen. Auf tagesschau.de war heute zu lesen:<\/p>\n<p><span style=\"color: #666666; font-size: 1.125rem; font-style: italic;\">&#8222;Die zweite Generation, die dritte Gener<\/span><span style=\"color: #666666; font-size: 1.125rem; font-style: italic;\">ation &#8211; und nicht nur diejenigen, die von \u00dcberlebenden abstammen &#8211; jeder hat die Verantwortung, diese Erinnerung zu nutzen, der Geschichte gegen\u00fcber verantwortlich zu handeln und f\u00fcr das einzustehen, was richtig ist.&#8220;<\/span><\/p>\n<p>An dieser Stelle wiederhole ich ein paar Worte, die ich schon einmal w\u00e4hrend einer Veranstaltung gegen das Vergessen in der Waldorfschule gew\u00e4hlt habe, und die noch genauso aktuell sind wie 2019:<\/p>\n<p>\u201eHeute gedenken wir der Befreiung von Auschwitz vor 76 Jahren. Das tun wir nicht als pers\u00f6nlich Schuldige.<\/p>\n<p>Aber aus der Schuld heraus, die Deutsche in den zw\u00f6lf Jahren der NS-Diktatur auf sich geladen haben, erw\u00e4chst uns nachfolgenden Generationen eine besondere Verantwortung. Uns allen.<\/p>\n<p>Nicht weil Geschichte sich wiederholt \u2013 das tut sie nie -, sondern weil an Auschwitz einfach gar nichts normal ist.<\/p>\n<p>Geschichte verl\u00e4uft weder zuf\u00e4llig noch zwangsl\u00e4ufig. Was heute unsere gemeinsame Vergangenheit ist, haben Menschen fr\u00fcher als ihre eigene Gegenwart gestaltet, im Guten wie im B\u00f6sen.<\/p>\n<p>Am 30. Januar j\u00e4hrt sich der Tag der Machtergreifung von Adolf Hitler zum 89. Mal.<\/p>\n<p>Binnen kurzem gelang den Nationalsozialisten die Zerst\u00f6rung der ersten Deutschen Demokratie. Nun konnten sie ihre m\u00f6rderische Rassenideologie politisch umsetzen \u2013 auch in Elmshorn.<\/p>\n<p>Das darf sich niemals wiederholen!<\/p>\n<p>Unsere &#8211; die Elmshorner Geschichte &#8211; ist unter anderem in den Beitr\u00e4gen zur Elmshorner Geschichte eindrucksvoll dokumentiert. Der Band &#8211; Polizei in Elmshorn &#8211; zeugt eindr\u00fccklich auch von der Gleichschaltung \u00f6ffentlicher \u00c4mter, die schlie\u00dflich auch die Reichspogromnacht erm\u00f6glichte.<\/p>\n<p>Aus Elmshorn sind damals nicht nur unsere j\u00fcdischen Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrger, sondern auch Sozialdemokraten und Kommunisten, Homosexuelle, Sinti und Roma, Jehovas Zeugen und viele weitere Andersdenkende in die Konzentrationslager verschleppt worden.<\/p>\n<p>Eines davon war das KZ Esterwegen, in dem das vielleicht vielen bekannte Lied von den Moorsoldaten entstand.<\/p>\n<p>Elmshorn hat \u2013 vielleicht gerade auch wegen der Ereignisse in der NS-Zeit &#8211; eine sehr lange Tradition im \u201eKampf gegen Zwang und Unterdr\u00fcckung\u201c und wir sind stolz auf die Integration anders Denkender.<\/p>\n<p>Wir sind stolz darauf, dass hier am 6. Mai 1945 der Nazi-B\u00fcrgermeister von einem B\u00fcndnis der Antifaschisten unter dem Sozialdemokraten Erich Arp und dem Kommunisten Arthur Geissler eigenst\u00e4ndig abgesetzt wurde, bevor die britische Armee in die Stadt einzog.<\/p>\n<p>Dreimal haben wir in einem breiten B\u00fcndnis aus der Bev\u00f6lkerung heraus Neonazis die Stirn geboten. Das war Anfang der 2000er Jahre.\u201c<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte noch auf ein paar aktuelle Ereignisse eingehen.<\/p>\n<p>Uns muss es darum gehen, den rechten Gruppierungen entschieden entgegenzutreten, mit demokratischen Mitteln.<\/p>\n<p>In Th\u00fcringen wurde versucht mit den Stimmen der AfD einen Ministerpr\u00e4sidenten der FDP einzusetzen.<\/p>\n<p>In Sachsen-Anhalt gelang es mit den Stimmen der AfD die Erh\u00f6hung des Rundfunkbeitrages zu kippen.<\/p>\n<p>Beides Ereignisse der letzten Zeit, bei denen die konservativen Kr\u00e4fte offenbar vergessen haben, dass sie es mit dem Wolf im Schafspelz zu tun haben.<\/p>\n<p>Vergessen d\u00fcrfen wir auch nicht die Ereignisse in Halle, die rechte Hetze gegen Plakate unseres Weihnachtsmarktes und die damit verbundene Bedrohung unseres B\u00fcrgermeisters.<\/p>\n<p>Bei diesen Beispielen will ich es f\u00fcr heute belassen.<\/p>\n<p>Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, eines Tages keinen Grund mehr zu haben auf derartige Ereignisse eingehen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die Hoffnung stirbt zuletzt, die Erinnerung aber bleibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Redetext: Liebe Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrger Wir treffen uns heute nicht wie gewohnt im Saalbau der Waldorfschule um zu erleben, wie Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz und den damit verbundenen Holocaust verarbeiten. 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